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Cadwell Parc, der Bericht 26.06.2019 - 20:07
Cadwell Parc, Sidecar Revival

nach langer Planung ging es dann endlich los. Mittwochnachmittag kamen Maria und Peter Schwegler, Kurt Rothenbühler und Franz als Zwischenstopp aus der Schweiz an. Ralf Unfried unser BEO Mechaniker stieß etwas später aus Ludwigsburg dazu. Abends hat Konni lecker gekocht, in lustiger Runde das eine oder andere Bier.
Donnerstagmorgen 5.00 Abfahrt nach Calais. In Luxemburg kurz noch vollgetankt, und dann ab die 450km nach Calais abspulen. Alles ging relativ glatt, die Überfahrt war ruhig. Dann von Dover direkt weiter in Richtung Norden. Kurt Rothenbühler (Beifahrer von Peter Schwegler auf dem Schmied Gespann) hat für Donnerstagabend ein Treffen mit u.A. Roger Body eingefädelt. Roger veranstaltet die Englische Gespannmeisterschaft, ist vor gut 15 Jahren auch bei mir im Eurocup gefahren. In einem ländlichen Pub nach bester Englischer Tradition haben wir sehr gut zu Abend gegessen, das eine oder andere Bier genommen. Danke Roger.
Freitagmorgen haben wir dann die letzten 150km nach Cadwell Parc abgespult. Schnell wurde das Zelt gemeinsam aufgebaut und eingerichtet. Dann ging der Hype los. Das BEO ins Zelt gestellt, die bereits auf dem Gelände befindlichen Fahrer, Beifahrer und Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen. Der Run hat bis Sonntagabend angehalten. Ja das BEO war der absolute Star der Veranstaltung.
Freitagabend wurden wir erneut mit der „VIP-Truppe“ der Veranstaltung eingeladen. Mit einem Bus ging es ca. 15 km zu einem feudalen Landsitz. Der Hausherr nebst Gattin luden zum Sektempfang mit anschließenden Häppchen, endend in einem warmen Buffet, vorzugsweise Rindfleisch. Der Hausherr steht der Firma Lincoln Red vor, die spezielle Rinder züchtet. Er hat sich auch als Sponsor des Sidecar Festivals engagiert. Passt doch.
Samstagmorgen als gute Deutsche um Punkt 7.30 zur technischen Abnahme. Erneut hat das BEO für den ganz großen Wirbel gesorgt. Selbst aus der Dusche, nur ein Handtuch vor gebunden, hat man die Leute geholt um dieses besondere Gespann zu beäugen. Natürlich ließen es sich die Techniker nicht nehmen die Verkleidung abnehmen zu lassen und die „reine Technik“ endlich nach 40 Jahren zu inspizieren. Für die Helme noch die passenden Aufkleber und die „Fahrkarten“ holen. Diese müssen immer am Vorstart abgegeben werden... ist halt das Englische System.
Gegen 14.00 war dann unser erster Turn der „Parade“dran. Wir alle folgten einen Führungsfahrzeug um die Strecke die an sich schon mal ein Hammer ist. Durchgehend ca. 6 Meter breit, das ist nicht wirklich viel. Hier gibt es alles: Enge Kehren, einen Sprunghügel, mittelschnelle dreifach Schikanenpassagen, superschnelle bergauf und bergab Stücke. Anspruchsvoll, nein sehr anspruchsvoll. Die Session ist dann aus unserer Sicht schnell erzählt. Ausgangs Hairpin etwas stramm am Gas, ein Zucker nach links einer nach rechst ab in die Begrenzung. Franz hat nach dem Aussteigen gelacht: „Das richten wir schon, alles halb so schlimm“. Ich selbst war geschockt und hätte mich am liebsten verkrochen. Ich dachte noch drüber nach wie es sonst in so einem Fall ist. Immer erst mal über den Beifahrer meckern und ihm die Schuld geben. Beim BEO ist es aber das einzige Gespann weltweit, wo diese Masche nicht geht. Also meine Schuld, das gebe ich in Demut zu. Vom Lumpensammler wurden wir im Fahrerlager abgesetzt wo wir uns gleich an die Reparatur machten. Es mussten zwei Rahmenausleger gerichtet werden und die Verkleidung irgendwie zusammengesetzt werden. Dieses haben wir mit Alublechen gemacht das uns andere Teams zur Verfügung gestellt haben. Ich war ja gut ausgerüstete, aber solche Arbeiten war nicht wirklich eingeplant. Immerhin hatte ich mein Schweißgerät dabei, das war ja schon mal was. Zwischendrin haben wir noch als Team gemeinsam gegessen. Hier kam der Spaß zum Glück nicht zu kurz. Gegen 21.00 waren Ralf (vielen Dank für die top Arbeit und Geduld) und ich fertig. Danach eine schnelles Bier beim Gang durchs Fahrerlager. Es war echt viel los. Auch ließen wir es uns am Nachmittag nicht nehmen ein Rennen der Englischen Meisterschaft anzusehen. Da können sich viele, die von sich behaupten schnell zu sein, noch mehrere Scheiben abschneiden. Das ist Racing pur, hart aber fair.
Am Sonntag haben wir beide Session entsprechend vorsichtig angehen lassen. Ganz ganz langsam haben wir uns auf der Strecke gesteigert. Runde für Runde den Bremspunkt in 10 Meter Schritten nach hinten gelegt. Die Sitzposition ist absolut untauglich. Das war so in der Werkstatt und auch in Föhren nicht abzusehen. Da muss etwas passieren und wird es auch aber ohne die original Sitzposition zu verändern. Moosgummi platten verkleben und passend schleifen. Genauso denke ich über einen kompletten neuen Lenker mit Übertragung nach. Aber so weit ist es noch nicht.
Trotz mehr als verhaltener fahrt war das BEO an sich der absolute Start der Veranstaltung. Unser letzter Turn war dann gegen 18.00. Alles gut. Nach dem Abbau und dem Verstauen der Gespanne haben wir uns auf die ca. 350km nach Dover gemacht. Es lief sehr glatt. Um 2.00 ging es auf die Fähre nach Dünkirchen, von dort ca. 150km bis zur ersten Tankstelle in Belgien. Dort haben wir uns zu ca. 3 Stunden Schlaf gezwungen. Von dort sind wir getrennt weitergefahren. Franz und Kurt direkt in die Schweiz, Maria und Peter wollten noch einen entspannten Tag in Luxemburg dranhängen und Ralf und ich nach Trier.
Es gibt noch so viel zu erzählen. Es war ein wirklich tolles Wochenende, genau der richtige Platz das BEO nach 40 Jahren wieder zu präsentieren. Danke an alle die uns geholfen haben, vor- während und nach der Veranstaltung.
Jetzt gilt es die Verkleidung zu richten und das BEO für die Solitude Veranstaltung in 4 Wochen vorzubereiten. Wir arbeiten dran.
Ciao, Franz, Peter und Maria, Kurt, Ralf und ich! „The BEO is back“
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